Liedrezital „Welt ist nur in Traum schön“ mit Jonathan McGovern (Bariton) und Judit Polgar (Klavier)

David Philip Hefti (*1975): Rottot – Liederzyklus für Bariton und Klavier nach Gedichten von Dragica Rajčić Holzner (2026)
Uraufführung (Kompositionsauftrag von LIEDBasel)

Mahler, Zemlinsky, Schönberg u.a.: Vertonungen von Texten aus Des Knaben Wunderhorn

 

Datum und Ort

Samstag, 30. Mai 2026
20.00 Uhr
Musik- und Kulturzentrum Don Bosco, Paul Sacher Saal

Mitwirkende

David Philip Hefti, Komposition
Jonathan McGovern, Bariton
Judit Polgar, Klavier

 

Beschreibung

Trad. arr. Nico Muhly (*1981)
Nr. 1 A Brisk Young Lad aus 4 Traditional Songs (arr. 2011)

Amy Beach (1867–1944)
Nr. 1 Dearie aus 5 Burns Songs op. 43 (1899) (Robert Burns)

Maurice Ravel (1875–1937)
Chanson écos­sai­se (1910) (Robert Burns)

Trad. arr. Rebecca Clarke (1886–1979)
Down by the sal­ley gar­dens my love and I did meet (1924) (William Butler Yeats)

Trad. arr. Benjamin Britten (1913–76)
The Last Rose of Summer
The Foggy Foggy Dew

Liza Lehmann (1862–1918)
Ah, Moon of my Delight aus In a Persian Garden (1896) (Omar Khayyám, übs. Edward Fitzgerald)

David Philip Hefti (*1975)
Rottot. Liederzyklus für Bariton und Klavier nach Gedichten von Dragica Rajčić Holzner (2026)
(Kompositionsauftrag von LIEDBasel)

Nr. 1 Welche Unterschied?
Nr. 2 So etwas wie Rat
Nr. 3 Rotlicht
Nr. 4 Natürliche Sache
Nr. 5 Der Welt und Ich oder wie man mich Entwelttet


Lieder aus Des Knaben Wunderhorn 
Sammlung von Volksliedtexten, ver­öf­fent­licht 1806–1808 von Achim von Arnim und Clemens Brentano

Gustav Mahler (1860–1911)
Ablösung im Sommer (1880–89)

Arnold Schoenberg (1874–1951)
Wie Georg von Frundsberg von sich sel­ber sang op. 3 Nr. 1 (1899–1903)

Gustav Mahler
Wer hat dies’ Liedlein erdacht? (1892–1901)

Richard Strauss (1864–1949)
Himmelsboten op. 32 Nr. 5 (1896)

Gustav Mahler
Urlicht (1892–1901)

Alexander von Zemlinsky (1871–1942)
Das buck­lich­te Männlein (1934)

Gustav Mahler
Scheiden und Meiden (1880–91)

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Zum Programm

Rottot – Liederzyklus für Bariton und Klavier ent­stand 2026 im Auftrag von LIEDBasel und ist der Pianistin Judit Polgar sowie dem Bariton Jonathan McGovern gewid­met. Rottot ist ein Liederzyklus nach Gedichten von Dragica Rajčić Holzner aus dem Band Halbgedichte einer Gastfrau. Die Texte zeich­nen sich durch eine bewusst ‚fal­sche‘ Orthographie und Grammatik aus, die nicht Mangel, son­dern Haltung ist: Sprache erscheint hier als ver­scho­be­nes, wider­stän­di­ges Material, das Zugehörigkeit, Ordnung und Weltbezug infra­ge stellt. Der Liederzyklus ver­steht sich nicht als Vertonung im illus­tra­ti­ven Sinn. Vielmehr reagiert die Musik auf die atmo­sphä­ri­schen Spannungen der Texte: auf Entfremdung und Nähe, auf Gewalt und Intimität, auf das gleich­zei­ti­ge Dasein von Stimme und Weltverlust. Die Baritonstimme steht im Zentrum des Zyklus. Sie bewegt sich über einen gros­sen Ambitus – vom Strohbass bis in fal­sett­ar­ti­ge Höhen – und spannt die­sen Raum immer wie­der neu auf. Das Klavier ist ein gleich­wer­ti­ger Partner: klang­lich viel­ge­stal­tig, geprägt von Pedalwirkungen, Virtuosität und gros­sen har­mo­ni­schen Kontrasten. Beide Stimmen sind mit­ein­an­der ver­schränkt, ohne sich gegen­sei­tig abzu­si­chern. Der Titel Rottot ver­weist nicht auf ein erzähl­ba­res Motiv, son­dern auf einen Zustand. Er benennt kei­ne Handlung und kein Bild, son­dern öff­net ein Feld zwi­schen Farbe, Körper und Auflösung. Darin ent­fal­tet sich der Zyklus als Folge brü­chi­ger, wider­stän­di­ger und unru­hi­ger musi­ka­li­scher Zustände, in denen Sprache, Klang und Stimme immer wie­der an ihre Grenze geführt werden.

David Philip Hefti


 

Wir ler­nen heu­te drei Strategien beim Umgang mit Identität und Musik ken­nen, und zwar die nost­al­gi­sche, die roman­ti­sche und die rea­lis­ti­sche. Sie unter­schei­den sich zunächst dar­in, dass die ers­te erfun­den, die zwei­te gefun­den und die drit­te «befun­den» wurde.

Die popu­lä­re eng­li­sche Dichtung des 18. Jhs. besingt die Sehnsucht nach der ver­lo­re­nen Zeit. Das pul­sie­ren­de Empire erwei­tert den Horizont der Menschen bis zur Unübersichtlichkeit, die begin­nen­de Industrialisierung ver­schan­delt die Landschaft in der glei­chen Geschwindigkeit, mit der sie die Landbevölkerung ent­wur­zelt. Das Schuften in der Fabrik und im Bergbau bru­ta­li­siert, die Arbeiter ver­elen­den und wer­den von Krankheiten oder schie­rer Erschöpfung dahin­ge­rafft, alles ist jetzt häss­lich und banal. Der Blick in eine dra­ma­ti­sche, oder poe­ti­sche, eine heroi­sche oder bedeu­tungs­vol­le Vergangenheit ent­springt nicht zuletzt dem Gefühl, in der neu­en Zeit ver­lo­ren zu sein. Die erträum­te Vergangenheit muss nicht ein­mal statt­ge­fun­den haben, um die Nostalgie zu näh­ren. James Macpherson hat­te bereits 1760 ver­meint­lich uralte gäli­sche Gedichte eines gewis­sen Ossian ins eng­li­sche «über­tra­gen». Damit rief er die Begeisterung für die kel­ti­schen Wurzeln Englands ins Leben. Dass Macpherson die Gedichte selbst geschrie­ben hat­te, stör­te nie­man­den, man woll­te sich die Freude an den erfun­de­nen Druiden und Barden nicht von Pedanten ver­der­ben lassen.

Viele tra­di­tio­nel­le eng­li­schen Liedtexte ent­stan­den erst Ende des 18. oder sogar im 20.  Jh. wie jene von R. Burns oder W. B. Yeats. Teils wur­den sie von kom­mer­zi­el­len Verlagen in Auftrag gege­ben, die «tra­di­tio­nel­le» Weisen und Tänze erfolg­reich ver­mark­te­ten. Mit ihrer trot­zi­gen Heiterkeit, oder unent­rinn­ba­ren Traurigkeit erober­ten sie die popu­lä­re Unterhaltungsbranche im Sturm, und schwapp­te sogar auf den Kontinent über, wie Ravels Chanson écco­sai­se beweist.

Denn im Gegensatz zur zucker­süs­sen Idylle der Pseudofolklore, wird hier gelit­ten und gestor­ben. Das Leben ist kein Wunschkonzert, wie schön weint es sich aber gemein­sam? Die Faszination für die­se erfun­de­nen Volkstexte ist in England unge­bro­chen, wie die Reihe an Vertonungen beweist. Jede Komponist:in, ent­lockt den Texten einen beson­de­ren Schmelz, einen eige­nen Witz oder eine ande­re Träne.

Die Pioniere der deut­schen roman­ti­schen Volkslieddichtung hat­ten ande­re Sorgen. Mit ihrer drei­bän­di­ge Gedichtsammlung Des Knaben Wunderhorn. Alte deut­sche Lieder betra­ten Arnim und Brentano 1806-8 Neuland. Denn dem Adjektiv «deutsch» auf dem Titelblatt ent­sprach kein «Deutschland», wie wir es heu­te ken­nen, son­dern ein Fleckenteppich. Spätestens nach dem Westfälischen Frieden 1648 hat­te man sich damit arran­giert und rüt­tel­te nicht an die­sem poli­ti­schen Chaos, in dem unzäh­li­ge Währungen, Regierungsformen, Konfessionen, Interessen und Traditionen neben­ein­an­der leb­ten. Dann trat Napoleon in Erscheinung. Der gemein­sa­me Feind ver­ein­te die unab­hän­gi­gen Fürstentümer und Königreiche des ehe­ma­li­gen Römischen Reichs Deutscher Nation, auch wenn sich die Staatsgründung bis 1871 hin­zog. Noch fehl­te der Kitt. Diesen fand man nicht in der Geschichte oder dem Pragmatismus wie bei der Willensnation Schweiz, son­dern in der Kultur, genau­er gesagt der Sprache: über­all sprach man Abkömmlinge des Germanischen: Bayerisch, Alemannisch, Schwäbisch, Fränkisch, Platt waren zwar ver­schie­den, aber ver­wandt genug, um einen gemein­sa­men Ursprung zumin­dest nicht auszuschliessen.

In die­sem Zusammenhang spiel­te die «uralte» Volksdichtung eine ent­schei­den­de Rolle als Beweis des ver­bin­den­den Volkssubstrates, das alle Menschen über die Zoll- und Konfessionsgrenzen hin­weg teil­ten. Heerscharen von Volkskundler:innen ström­ten aus, um im ent­le­gens­ten Dörflein den Dorfälteren ihre Lieder zu ent­lo­cken. Ob die­se alt waren oder nichts, war Nebensache. Die Sammlung und Pflege der Volksdichtung geriet zum Instrument der Volksbildung im dop­pel­ten Wortsinn. Zivilisation und Vernunft hat­ten, den Menschen von der Natur und von sich selbst ent­frem­det. In der rei­nen, unver­fälsch­ten Volksdichtung aus alter Zeit such­te man den Urzustand in per­fek­ter Symbiose mit Mutter Natur und noch vor der Auftrennung in will­kür­li­che poli­ti­sche Gebilde wiederherzustellen.

Des Knaben Wunderhorn wur­de ein Longseller, der, wie heut­zu­ta­ge erfolg­rei­che Filmserien, eine eige­ne Ikonographie her­vor­brach­te, eine deren poe­ti­sche Kraft Generationen von Leser:innen ansprach. Unter den 723 Liedern über Themen wie Liebe, Soldatenleben, Wandern gibt es für Jeden und Jede etwas. Ganz ohne Spannung ver­lief die Entstehung nicht. Sahen die einen die alte Volksdichtung als unge­schlach­te Vorlage, die per­fek­tio­niert und in die Gegenwart über­set­zen wer­den soll­te, so inter­pre­tier­ten die ande­ren die Grobheit, die Naivität der Sprache als wahr­haf­tig: je ecki­ger, des­to älter, ergo, bes­ser. Das Alte, das Absurde, das Unverständliche galt es tun­lichst bei­zu­be­hal­ten. Von Schumann, über Mahler, Schönberg, Richard Strauss oder Zemlinsky, die Liste der Komponisten, die sich an der Sammlung bedien­ten, ist lang und wird immer län­ger. Gustav Mahler gebührt die Ehre, die opu­len­tes­te Bühne für die Lieder gebaut zu haben. Er hat 24 Texte für Klavier und/oder Orchester ver­tont. Die zwei­te Symphonie nutzt gleich zwei Wunderhorn-Lieder als musi­ka­li­sche Grundlage, das Lied «Urlicht» fand Eingang im 4. und abschlies­sen­den Satz, sogar mit Gesang.

Des Knaben Wunderhorn lässt kein Motiv der Romantik aus, vor allem jene, die eine Abkehr von auf­klä­re­ri­scher Denkweise und Modernität unter­strei­chen. Gespenster, das Surreale, der unheim­li­che Wald, das Schicksal der klei­nen Leute im Strudel von Krieg oder Unglück, mit­tel­al­ter­li­che Burgen, die uner­füll­te Liebe, Volksglaube und Brauchtum, wir­ken für den Menschen so anders und exo­tisch wie die Lieder aus fer­nen Ländern.

Die Vorstellung, dass Menschen in der Regel eine ein­deu­ti­ge Zugehörigkeit zu einem Ort oder Nation, oder Volk vor­wei­sen kön­nen soll nun wider­legt wer­den. Es wäre span­nend zu fra­gen, wie vie­le Menschen dort leben, wo ihre Grosseltern gebo­ren wur­den. In der Schweiz sind mehr als 40% der Bewohner migran­ti­schen Ursprungs, und unter den Eidgenossen dürf­te auch der eine oder die ande­re die Gemeinde gewech­selt haben.

Die Dichterin Dragica Rajčić ist eine der vie­len Millionen Menschen, die kei­ne Wahl hat­te, aus­ser ihrer Heimat den Rücken zu keh­ren, einer wohl­ge­merkt treu­lo­sen Heimat, die sich in Luft auf­lös­te. 1959 in Kroatien gebo­ren, als die­ses Gebiet ein Teil von Jugoslawien war, kam sie mit 19 Jahren zusam­men mit hun­dert­tau­send ande­ren Landsleuten in die Schweiz und erleb­te das Land aus der Perspektive einer Putzfrau. 1988 kehrt sie nach Jugoslawien zurück, 1991 flieht sie end­gül­tig vor dem Jugoslawienkrieg nach Zürich. Im Krieg ent­lud sich die Spannung zwi­schen den unter dem Schirm der Sowjetunion zwangs­ver­ei­nig­ten Ethnien und Religionsgemeinschaften in unge­brems­te Grausamkeit. Nationale Identität zeig­te wie­der ihr zer­stö­re­ri­sches Gesicht. War die natio­na­le Identität für die eng­li­schen und deut­schen Dichter:innen und Komponist:innen posi­tiv besetzt, ent­we­der als nost­al­gi­scher Eskapismus’ oder roman­ti­sche Verheissung, so ist bei Rajčić die natio­na­le und kul­tu­rel­le Zugehörigkeit pro­ble­ma­tisch, denn Normen und Grenzen sind Zuschreibungen, Zumutungen, die dem Individuum auf­ge­stülpt wer­den. Das Ich kann nur aus der eige­nen Befindlichkeit her­aus kon­stru­iert wer­den und sich be-fin­den. Deshalb benutzt Rajčić bewusst die «unpas­teu­ri­sier­te» Sprache der Migrant:innen, die lie­ber falsch spre­chen als zu schwei­gen. Mit jeder Normverweigerung wird ihr Ich sichtbarer.

David Philip Hefti, der mit der Vertonung der Werke beauf­tragt wur­de, war elf­jäh­rig, als die Halbgedichte einer Gastfrau(1986) erschie­nen. Noch gab es Jugoslawien, noch hoff­te die Dichterin (viel­leicht), in ihr Land zurück­zu­keh­ren. Damals war «Die Welt nur in Traum schön», immer­hin. Wie ist es jetzt?

Christina Urchueguía

Cristina Urchueguía ist eine spanische Musikwissenschaftlerin, Professorin am Institut für Musikwissenschaft der Universität Bern und Präsidentin der Schweizerischen Musikforschenden Gesellschaft. Sie wurde in der nordspanischen Stadt Irún geboren, ihr Name stammt aus dem Baskischen. An der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studierte sie Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Romanische Philologie und promovierte dort 1999. Sie war Präsidentin der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, ist Mitglied der Répertoire International des Sources Musicales und Mitherausgeberin der Schweizer Beiträge zur Musikforschung (Bärenreiter-Verlag).

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David Philip Hefti: Rottot
Kompositionsauftrag von LIEDBasel, ermög­licht von der Ernst von Siemens Musikstiftung.

Roman Melish

Absolvent der Nationalen Musikakademie der Ukraine (als Chorleiter / Kiew, Ukraine – 2013) und der Schola Cantorum Basiliensis (als Sänger/Basel, Schweiz – 2018). Solist in der Liatoshynskyi Capella des Nationalen Hauses der Musik (Kiew). Außerdem arbeitet er als Solist mit „Offene Oper der Ukraine“, dem Nationalen Symphonieorchester der Ukraine, dem Nationalen Solistenensemble „Kyiv Camerata“, dem Nationalen Präsidentenorchester der Ukraine und der Nationalen Philharmonie Lviv zusammen. Als Mitglied der Ensembles „Profeti della Quinta“, „Sollazzo Ensemble“, „La Cetra“, „La Morra“, „Musica Fiorita“ (Schweiz), „Gilles Binchois“ (Frankreich) und „Ansambl Responsorium“ (Kroatien) trat er in mehr als 30 Ländern auf, darunter in den USA, Kanada, China, Südafrika, Israel und in den Ländern der Europäischen Union.

Sarah Maria Sun

Sarah Maria Sun

Sarah Maria Sun macht eine einzigartige Karriere als Interpretin für Zeitgenössische Musik Ihr Repertoire umfasst neben zahlreichen Liedern über neunhundert Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts, davon mehr als dreihundert Uraufführungen. In der Saison 2019/20 ist Sarah Maria Sun mit Schönbergs Pierrot Lunaire und Weills Sieben Todsünden beim Beethovenfest Bonn zu erleben und singt die Eliza Doolittle in My Fair Lady an der Elbphilharmonie Hamburg. Weiterhin steht u.a. eine Uraufführung von Iris ter Shiphorst mit dem Ensemble Modern und Enno Poppe an. Bei den Salzburger Festspielen singt sie die „Compagna“ in Luigi Nono‘s „Intolleranza“ unter der Leitung von Ingo Metzmacher mit den Wiener Philharmonikern. Sarah Maria Sun konzertierte mit Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Kent Nagano, Alan Gilbert, Thomas Hengelbrock, Susanna Mälkki, Peter Rundel und Heinz Holliger.

Im Herbst 2019 und Frühjahr 2020 erscheinen die beiden CD Einspielungen „Harawi“ mit Liedern von Olivier Messiaen und „Killer Instincts“ mit Werken von Tom Waits, Kurt Weill, Leonard Bernstein und Randy Newman. Sie gibt regelmäßig Meisterkurse für Vokalmusik des 20. und 21. Jahrhunderts. Seit 2019 unterrichtet sie als Lehrbeauftragte an der Musikhochschule.

Sacha-Batthyany

Sacha Batthyany

Sacha Batthyany studierte Soziologie in Zürich und Madrid. Nach seinem Studium war er Redakteur bei der Neuen Zürcher Zeitung und beim Tages-Anzeiger. Daneben unterrichtete er an der Schweizer Journalistenschule in Luzern. Seit 2015 schreibt Sacha Batthyany in Washington als Korrespondent für die Süddeutsche Zeitung, Das Magazin und den Tages-Anzeiger. 2016 erschien sein erster Roman «Und was hat das mit mir zu tun?». Er wurde für den Schweizer Buchpreis nominiert.

Daniel Behle

Der Sänger und Komponist Daniel Behle wurde 2020 für seine „MoZart“ Einspielung mit dem OPUS Klassik als „Sänger des Jahres“ geehrt. Er ist in Konzert, Lied und Oper gleichermaßen erfolgreich und gab Anfang 2020 sein hochgelobtes Debüt als Lohengrin. Sein Repertoire reicht von barocken Meisterwerken, klassischem und romantischem Repertoire bis hin zu Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts.

Seine Saison 2021/22 hält etliche Höhepunkte wie Auftritte in der Elbphilharmonie, Brittens „War Requiem“ und sein Liederabend Debüt im Musikverein Wien bereit. Opernengagements führen ihn an das Royal Opera House Covent Garden („Die Zauberflöte“), die Bayerische Staatsoper („Giuditta“ und „Die schweigsame Frau“) und die Wiener Staatsoper („Die Entführung aus dem Serail“).

Daniel Behle konzertiert regelmäßig mit Orchestern wie der Sächsischen Staatskapelle Dresden, den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem NDR Elbphilharmonie Orchester und dem Gewandhausorchester Leipzig und arbeitet dabei mit Dirigenten wie Christoph Eschenbach, James Gaffigan, Hartmut Haenchen, Thomas Hengelbrock, Pablo Heras-Casado, Marek Janowski, Philippe Jordan, Fabio Luisi, Ingo Metzmacher, Kent Nagano, Yannick Nézet-Séguin, Christian Thielemann und Franz Welser-Möst.

Wichtige Opernengagements der letzten Jahre führten ihn an das Royal Opera House Covent Garden, das Staatstheater Stuttgart, Opernhaus Zürich, die Bayerische Staatsoper München und zu den Bayreuther Festspielen.

Auch als Komponist macht Behle zunehmend von sich reden: Nach den Bearbeitungen für Tenor und Klaviertrio „WinterreiseN“ (Sony Classical), „Mein Hamburg“ (Berlin Classics) und „Meine schönsten Weihnachtslieder“ (Sony Classical), hat er nun seine erste Operette „Hopfen und Malz“ fertiggestellt, deren Uraufführung für Januar 2023 vorgesehen ist.

Seine stetig wachsende Diskographie umfasst Aufnahmen wie „Die Schöne Müllerin“ und Strauss Lieder (beide Capriccio), Gluck „Arias“ (Decca) und Schubert „Arien“ (dhm). Sein zweites Strauss Album „Un-Erhört“ (Prospero Classical) mit Oliver Schnyder am Klavier wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Daniel Behle lebt mit seiner Familie in Basel.

Zora-del-Buono

Zora del Buono

Zora del Buono ist eine Schweizer Autorin. Die Architektin ETH arbeitete im Berlin der Wendezeit als Bauleiterin, studierte später Filmarchitektur und war Gründungsmitglied der Zeitschrift «mare». Ihren ersten Roman «Canitz’ Verlangen» veröffentlichte sie 2008 im mare Verlag. In den letzten zehn Jahren sind sechs Bücher von ihr erschienen, zuletzt die Bauarbeiternovelle «Gotthard», der Campusroman «Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt» und das literarische Reisebuch «Das Leben der Mächtigen – Reisen zu alten Bäumen», für das sie 14 der ältesten Bäume der Welt besuchte. Zur Zeit schreibt sie an ihrem Familienroman, der sie nach Süditalien und Slowenien führte, sie mit dem Kommunismus vertraut machte und sie während der Recherche entdecken liess, dass ihre Grossmutter in einen Mord verwickelt war.

Abdelhade-Deb

Abdelhade Deb

Abdelhade Deb (*1984) wuchs in Damaskus, Syrien auf, wo er sich zum Musikwissenschaftler und Musikpädagogen (Hauptfach Oud und Gesang) ausbilden liess. Er weist eine langjährige Erfahrung als Musikpädagoge und freiberuflicher Musiker aus. Seit seiner Ankunft in Deutschland (2015) war er unter anderem als Dozent (Oud) in Mannheim tätig und verschiedenen Konzertengagement brachten ihn nach Kopenhagen, Amsterdam, Istanbul und London.

Federspiel

Federspiel

Seit seiner Gründung 2004 stetig musikalisch gereift, entwickelte Federspiel eine transparente, klanglich vielschichtige Tonsprache. Als künstlerisches Schwergewicht mit federleichten Kompositionen im Gepäck bespielt das Ensemble längst die etabliertesten Bühnen weltweit.

Pioniergeistig und dennoch stets voller Respekt begibt sich Federspiel in traditionelle Gefilde, verwebt Anklänge aus der ungarischen oder mexikanischen Musiktradition mit alpenländischem Repertoire, perkussive Spielweisen mit elektronischen Klängen, um etwas Neues zu kreieren – zeitgenössische Musik, die sich ebenso ehrfürchtig vor ihrer Vergangenheit verneigt, wie sie sich mutig in die Zukunft entwirft.

Die Lust am Neuen, am Persönlichen und Unverwechselbaren, kombiniert mit der für das Publikum so spürbar grenzenlosen Spiellust, macht Federspiel zu einem der innovativsten und interessantesten Klangkörper der europäischen Musikszene – mit über 50 Konzerten jährlich – darunter der Goldene Saal des Wiener Musikvereins, die Berliner Philharmonie, die Hamburger Elbphilharmonie, das Vancouver Island Music Festival oder die Stanford University.

Die Eröffnung der Wiener Festwochen sind in der Vita des Ensembles genauso zu finden wie das WOMAD Festival oder die EXPO Milano. Auch Fernsehen und Radio haben dem Ensemble und seiner Musik Plattformen gegeben. So wurden Konzerte live auf Ö1, BBC Radio 3 oder im WDR übertragen und eigene Sendungen über das Ensemble im Rahmen des ORF Kulturmontag, auf 3Sat und ServusTV gestaltet.

Johannes Kopp

Johannes Kopp

Johannes Kopp, geboren 1961 in Säckingen, hat an der Universität Mannheim Soziologie, Sozialpsychologie und Politikwissenschaften studiert und dort auch zu Fragen der Ehescheidung beziehungsweise Geburtenentwicklung promoviert und habilitiert. Nach Tätigkeiten an den Universitäten Mannheim, Köln, Konstanz, München und Landau war er von 2004 bis 2013 an der TU Chemnitz, seit 2013 ist er Professor für Soziologie und empirische Sozialforschung an der Universität Trier. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Familiensoziologie, Gesundheits- und Regionalforschung, Mikrosimulation und allgemeine Soziologie. Herr Kopp ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Mannheim

Kurt Pelda

Kurt Pelda

1965 in Basel geboren, Ökonomiestudium an der Uni Basel mit anschliessender Promotion. Schon im Alter von 19 Jahren als Kriegsreporter in Afghanistan unterwegs. Spätere journalistische Stationen waren die NZZ, für die er sieben Jahre lang als Afrikakorrespondent arbeitete, die Financial Times Deutschland, die Weltwoche und heute Tamedia. Als freier Journalist gewann er 2014 den Schweizer Menschenrechtspreis und wurde Journalist des Jahres.

Andrea-Scartazzini

Andrea Scartazzini

Andrea Lorenzo Scartazzini (*1971 in Basel) studierte Germanistik und Italianistik an der Universität Basel sowie Komposition bei Rudolf Kelterborn (Basel) und Wolfgang Rihm (Karlsruhe). 1999/2000 verbrachte er ein Studiensemester an der Royal Academy of Music in London. 2004 war er Composer in residence an der Uni Witten Herdecke, 2011 und 2018 Gast im Swatch Art Peace Hotel in Shanghai, 2012/13 Stipendiat am Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg. Er erhielt mehrere Preise, darunter den Studienpreis der Ernst von Siemens Stiftung München, die Jakob Burckhardt-Auszeichnung der Goethe-Stiftung Basel sowie den Alexander Clavel-Preis Riehen.

Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Opern  Edward II (Deutsche Oper Berlin 2017), Der Sandmann (Theater Basel 2012, Oper Frankfurt 2016) , sowie WUT (Theater Erfurt 2006, Theater Bern 2010). Seine Stücke werden an bedeutenden Festivals (Salzburger Osterfestspiele, Lucerne Festival, Stars at the Rhine, Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt, Prager Premieren u.a.) durch zahlreiche Ensembles und Orchester gespielt (u.a. Quatuor Diotima, Ensemble Intercontemporain, Ensemble Modern, Ensemble Phoenix, Collegium Novum Zürich, Ensemble Contrechamps, Sinfonieorchester Basel, Kammerorchester Basel, basel sinfonietta, Berner Symphonieorchester, Jenaer Philharmonie, Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz u.a.). Seit Herbst 2018 begleitet Scartazzini die Jenaer Philharmonie über mehrere Jahre als Composer in residence. Er arbeitet an einem mehrteiligen Werk mit Bezug zum Gustav Mahler-Zyklus, den der GMD Simon Gaudenz und die Jenaer Philharmonie aufführen. Zu jeder Symphonie Mahlers entsteht ein kurzer symphonischer Satz, und mit jeder Aufführung Mahlers wachsen diese symphonischen Sätze Scartazzinis zu einem gross angelegten Orchesterstück zusammen.

Jan Philip Schulze

Jan Philip Schulze

Jan Philip Schulze verfolgt eine besonders vielseitige Karriere, die ihn als Liedbegleiter, Kammermusiker und Spezialist für Neue Musik regelmäßig auf die großen Podien Europas und Asiens führt und zugleich pädagogische, veranstalterische und editorische Tätigkeiten bündelt.
Mit Juliane Banse, Annette Dasch, Rachel Harnisch, Dietrich Henschel, Christiane Iven, Jonas Kaufmann, Johan Reuter, Robert Dean Smith, Sarah Maria Sun, Roman Trekel und Violeta Urmana ist Jan Philip Schulze u.a. bei den Salzburger Festspielen, der Schubertiade Schwarzenberg, den Festivals von Luzern, München, Edinburgh und Tokio, an der Mailänder Scala und den Opernhäusern von Madrid, Valencia, Barcelona, Paris, Brüssel, in der Berliner Philharmonie und der Londoner Wigmore Hall aufgetreten. Er hat zahlreiche Werke uraufgeführt und über Jahre mit den Komponisten Hans Werner Henze, Wolfgang Rihm, Dieter Schnebel, Jörg Widmann, Manfred Trojahn, Nikolaus Brass und vielen anderen eng zusammengearbeitet sowie Klavierkonzerte von Xenakis, Staude und Schöllhorn mit den Sinfonieorchester des BR und WDR und den Münchner Philharmonikern gestaltet. Voll Entdeckerlust hat er in den letzten Jahren eine breitgefächerte und vielfach preisgekrönte Diskographie eingespielt: neben hochgelobten Einspielungen der Klavierwerke von Jörg Widmann (neos) und Hans Werner Henze (col legno) umfasst sie u.a. frühklassische Kammermusik (mit dem Trio Amédée auf Dabringhaus), Hindemiths „Marienleben“ (mit Rachel Harnisch bei Naxos) und Klaviersextette aus Frankreich (mit dem Arcis Quintett bei calig).

Klaus Brömmelmeier

Klaus Brömmelmeier

*1971
Nach dem Studium an der ZHDK arbeitete er von 1997 bis 2000 als Schauspieler am Theater Freiburg (i. Br.).
1999 erhielt er für seine Darstellung des Hamlet (Regie M. Thalheimer) den „Deutschen Intendantenpreis“. 
Von 2000 bis 2007 gehörte er dem Ensemble des Theater Basel an und von 2009 bis 2019 war er Ensemblemitglied im Schauspielhaus Zürich.
2019-2020 war er nochmal für ein Jahr im Ensemble des Theater Basel.
Gastengagements führten ihn u.a. ans Theater Bern, das Residenztheater München, die Ruhrtriennale in Bochum und ans Burgtheater Wien.
Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Schauspieler führt er immer wieder Regie bei eigenen Projekten im Bereich Theater und Musik.
Im Radio ist er ein regelmässig zu hörender Sprecher und in Film und Fernsehen ein allmählich öfter zu sehender Darsteller.
Regelmässig arbeitet er als Dozent/Coach an der Hochschule der Künste Bern.
Klaus lebt mit seiner Familie in Basel.

Ivanna Plish

Ivanna absolvierte die Nationale Musikakademie der Ukraine (2005 als Chorleiterin, 2006 als Sängerin). Im Jahr 2008 gewann sie das Diplom des Zweiten Internationalen Wettbewerbs für Vokalisten, der nach B. Hmyria benannt ist. Seit 2009 ist sie Vokalillustratorin in der Abteilung für Begleitung (Nationale Musikakademie der Ukraine), seit 2011-2016 Solistin der Nationalen Akademischen Capella „Dumka“.

 

Als Solistin arbeitete Ivanna Plish mit dem Nationalen
Symphonieorchester der Ukraine, dem Nationalen Ensemble „Kiewer Solisten“, dem Kiewer Kammerorchester, dem Nationalen Solistenensemble
„Kiewer Camerata“, dem Symphonieorchester der Nationalen Philharmonie der Ukraine, dem Ensemble für klassische Musik nach B. Liatoshynsky, der
Staatlichen Banduristenkapelle nach G. Mayboroda und dem Staatlichen Männerkammerchor
„Credo“ zusammen. Sie nahm auch an Festivals wie dem IV. Internationalen Festival für Kirchenmusik in Rottenburg (Deutschland), dem Polyfollia-Festival in Saint-Lo (Frankreich), dem Kyiv-Music-Fest, dem I.
Ukrainisch-amerikanischen Musikfestival und der Internationalen Osterversammlung (Ukraine) teil. Sie erhielt zudem die Auszeichung „Verdiente Künstlerin der Ukraine“.

Ruben Drole

Ruben Drole wurde als Sohn slowenisch-spanischer Eltern in der Schweiz geboren, studierte bei Prof. Jane Thorner an der Musikhochschule Zürich und gehört seit 2005 zum Ensemble des Opernhauses Zürich. Dort hat er u.a. Partien wie Papageno (Die Zauberflöte), Guglielmo (Così fan tutte), Figaro (Nozze di Figaro) und Leporello (Don Giovanni) gesungen.

Ausserhalb seines Stammhauses sang Drole in Konzert und Oper u.a. bei den Salzburger Festspielen, Styriarte Graz, Festival d’Aix-en-Provence, Theater an der Wien, Semperoper Dresden, Theatre des Champs Elysees, Alte Oper Frankfurt, Wiener Musikverein, Concertgebouw Amsterdam, Lincoln Center NY und NHK Hall Tokyo.

Er arbeitete mit Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt, Franz Welser-Möst und William Christie sowie mit Regisseuren wie Sven-Eric Bechtolf, Martin Kušej und Claus Guth.

In letzter Zeit setzt sich Drole vermehrt mit zeitgenössischem Repertoire auseinander und lotet die Grenzen seines Fachs aus. So konnte er am Opernhaus Zürich seit 2019 in den Uraufführungen ‚Last Call’ von Michael Pelzel, ‚Die Odyssee’ von Leonard Evers und ,Alice im Wunderland’ von Pierangelo Valtinoni das Publikum begeistern. Des weiteren hat er am selben Haus als Schauspieler 2020 in Stravinsky’s ‚Geschichte vom Soldaten’ und 2022 im Ballett ‚Nachtträume’ von Marcos Morau grosse Erfolge feiern können.Drole bestreitet auch regelmässig Liederabende.

Benjamin Appl

Benjamin Appl gilt heute als einer der wichtigsten Botschafter für die Kunstform des Liedes. Sein Weg in die Spitzenklasse der Konzerthäuser und Festivals verlief stetig: von den Regensburger Domspatzen ging es an die Hochschule für Musik und Theater in München und die Guildhall School of Music & Drama in London. Wesentlich beeinflusst wurde er von der Legende des Lied-Gesangs Dietrich Fischer-Dieskau, dessen letzter Schüler er war. Prägend ist auch die mehrjährige intensive Arbeit mit György Kurtág an seinen Kompositionen.

Die BBC kürte ihn im Herbst 2014 zum „New Generation Artist“; in der Saison 2015/16 sang Benjamin Appl in der Reihe „ECHO Rising Stars“ Liederabende in Europas führenden Konzertsälen. 2016 erhielt er den Gramophone Award als „New Artist of the Year“. Von der Wigmore Hall wurde er als „Emerging Talent“ ausgewählt. Im März 2018 verlieh die Académie du Disque Lyrique in Paris Benjamin Appl den „Orphée d´Or Dietrich Fischer-Dieskau“ als bestem Lied-Interpreten.

Von seinen Partnern am Flügel seien hier beispielhaft Graham Johnson, Kristian Bezuidenhout, James Baillieu und Kit Armstrong genannt. Aktuelle Programme gibt es mit Alice Sara Ott, den Brüdern Arthur und Lucas Jussen, Thomas Dunford (Laute) sowie Martynas Levickis (Akkordeon). Für seine Präsentation der drei Schubert-Zyklen wurde Benjamin Appl 2019 in New York und beim Girona Festival gefeiert. In der Wigmore Hall in London tritt Benjamin Appl seit vielen Jahren regelmäßig auf. 2021 war Benjamin Appl „Musician in Residence“ in der florentinischen Villa „I Tatti“, dem Harvard University Center in Florenz. 

Auch auf der Opernbühne ist Benjamin Appl zuhause und arbeitete dort und im Konzert mit Dirigenten/innen wie Marin Alsop, Thomas Dausgaard, Johannes Debus, Ed Gardner, Alan Gilbert, Reinhard Goebel, Enoch zu Guttenberg, Paavo Järvi, Paul McCreesh, Yannick Nézet-Séguin, Roger Norrington, Helmuth Rilling, Jordi Savall und Christian Thielemann.

Als Konzert-Solist trat Benjamin Appl u. a. mit der Akademie für Alte Musik Berlin, Concerto Köln, dem Orchestra of the Age of Enlightenment, Philadelphia und Seattle Symphony, der Staatskapelle Dresden, dem Tonhalle Orchester Zürich, den BBC Orchestern sowie der Kammerphilharmonie Bremen auf. Zu seinem Oratorien-Repertoire gehören Werke wie Bachs Johannespassion, Matthäuspassion und Weihnachtsoratorium, Brahms’ Ein deutsches Requiem, Händels Der Messias, Haydns Die Schöpfung und Brittens War Requiem.

Die Diskografie des Künstlers spiegelt sein künstlerisches Schaffen und umfasst neben zahlreichen Rundfunkmitschnitten insbesondere vielfältige Lied-Aufnahmen. Auch Sibelius‘ Kullervo sowie ein Album mit Bach-Arien begleitet von Concerto Köln und eine preisgekrönte Bach-Aufnahme mit den Berliner Barocksolisten und Reinhard Goebel gehören dazu. Benjamin Appl war jahrelang Exklusivkünstler bei Sony Classical und entschloss sich in 2021 für eine langfristige Zusammenarbeit mit Alpha Classic. Das Debüt-Album mit Alpha ist Schuberts Winterreise, die im Februar 2022 veröffentlich wurde.

Benjamin Appl unterrichtet seit Herbst 2016 als Professor of German Song an der Guildhall School of Music & Drama in London.

 

Simone Keller

Die Schweizer Pianistin Simone Keller wurde 1980 in Weinfelden geboren und absolvierte ihre Ausbildung in der Konzertklasse von Hans-Jürg Strub und der Liedbegleitungsklasse von Daniel Fueter an der Zürcher Hochschule der Künste. Sie pflegt als Solistin und Kammermusikerin ein sehr breites Repertoire in der klassischen und modernen Musik bis hin zu experimentellen und interdisziplinären Formaten, eigenen Konzepten und Vermittlungsprojekten und übt eine intensive Konzerttätigkeit in der Schweiz und in vielen anderen Ländern in Europa, den USA und Asien aus. 

 

2016 wurde Simone Keller für mehrere Monate in die Cité Internationale des Arts nach Paris eingeladen und lebte 2018 ein halbes Jahr in einer Künstlerresidenz in Belgrad. 2017 durfte sie mit dem Center for Computer Research in Music and Acoustics an der Stanford University in Kalifornien zusammenarbeiten und erhielt 2019 erneut Einladungen von der Columbia University und der Manhattan School of Music in New York sowie der Brown University in Providence/Boston. 2022 entwickelte sie mit PhD-Studierenden der Stanford University ein Kompositions-Projekt, das vom American Composers Forum ausgezeichnet wurde.

 

2019 erhielt Simone Keller zwei Preise der Internationalen Bodenseekonferenz und wurde im selben Jahr von Classical:NEXT für den internationalen Innovation Award nominiert. 2021 wurde sie mit dem Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis ausgezeichnet. 2022 wurden ihr der Thurgauer Kulturpreis und der Schweizer Musikpreis verliehen.



The Erlkings

Das ist der kokett-selbstbewusste Name dieses besonderen Quartetts, das sich dem deutschen Lied verschrieben hat. Ins Englische übersetzt und zum Country- oder Popsong arrangiert gehen die Lieder wieder dorthin, von wo sie herkamen: in den privaten Raum, vielleicht in die ‚Kneipe‘, auf jeden Fall aber in den klassischen Konzertsaal. Dem Sog dieser Musik kann sich keiner entziehen. Das energiegeladene Quartett hat den Mut, deutsche Kunstlieder in bestes Englisch zu übertragen und damit ihre bis heute uns berührende Schönheit einem internationalen Publikum zu erschließen. Mit den neuen Liedarrangements Franz Schuberts, Robert Schumanns oder Ludwig van Beethovens haben The Erlkings ihr Publikum verblüfft und sofort begeistert. Der amerikanische Bariton Bryan Benner wagt zusammen mit drei Spitzenmusikern den Blick auf die großen Liedkompositionen Schuberts, Schumanns und Beethovens. Das Quartett mit Bryan Benner (Bariton/Gitarre), Ivan Turkalj (Violoncello), Thomas Toppler (Schlagzeug/Vibraphon) und Simon Teurezbacher (Tuba) zeigt die Vitalität und den Charme der Kompositionen dieser Musikgattung, aber auch ihre Tiefe und Bedeutungsschwere. 200 Jahre alte Lieder bringen uns zum Tanzen oder Weinen, berühren unser Herz und unseren Verstand. Egal ob in Wien oder London, ob jung oder alt, ob Klassikfan oder Popfreak: Spannung und Freude sind mit The Erlkings garantiert, German Lied vom Allerfeinsten. Als begeisterter und engagierter Vertreter der Gattung Kunstlied und damit insbesondere auch für Franz Schubert hat Bryan Benner, Sänger und Gitarrist, das Ensemble ‚The Erlkings‘ gegründet. Seine modernen englischen Übersetzungen altbekannter Liedtexte dienen als Ausgangspunkt für die außergewöhnlichen Arrangements des Ensembles. Ihr Ruf verbreitete sich schnell, inzwischen sind sie in den großen Konzerthäusern und Festivals weltweit zu Gast, u.a. traten sie in der Wigmore Hall in London, im Wiener Konzerthaus, im Konzerthaus Berlin, beim Schleswig-Holstein Musik Festival, beim Grafenegg Festival, beim Heidelberger Frühling, bei der Hugo Wolff Akademie Stuttgart und dem Podium Wittemann in Amsterdam auf. Im Mai 2022 eröffneten sie die Schubertiade in Hohenems. In der Saison 2022/2023 kehren die Musiker u.a. ans Wiener Konzerthaus zurück und haben exklusiv für die Haydnregion Niederösterreich ein neues Programm erstmals mit Vokalwerken von Joseph Haydn konzipiert.

Harald Krassnitzer

Harald Krassnitzer wurde am 10. September 1960 in Salzburg (Österreich) geboren. Nach der Schule begann er eine Ausbildung zum Schauspieler an der Elisabethbühne in Salzburg und spielte dort dann vier Jahre lang. Anschließend war er in Wien am Volkstheater, am Grazer Schauspielhaus und am Saarländischen Staatstheater engagiert. 

Der Großteil des Publikums kennt ihn aus Erfolgs-Serien wie z.B. „Der Bergdoktor“ (1997/36 Folgen), „Der Winzerkönig“ (2005 bis 2009/39 Folgen) und „Paul Kemp – Alles kein Problem“ (2013), vor allem aber aus der TV-Reihe „Tatort“ als Kommissar Moritz Eisner seit 1999. Außerdem war er in beliebten TV Movies in über 50 Hauptrollen im In- und Ausland zu sehen. Harald Krassnitzer ist Grimmepreisträger (2014 Kategorie Fiction „Tatort“) und wurde zudem 2fach mit der Romy für den beliebtesten Serienstar ausgezeichnet. Die politische Haltung des bekennenden Humanisten und Sozialdemokraten wird sichtbar in seinem unermüdlichen tatkräftigen Einsatz für unterschiedlichste Hilfsorganisationen wie AMREF, Hilfswerk Austria, Rotes Kreuz, SOS Mitmensch und vielen weiteren. Seit 2009 ist er mit der Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer verheiratet und lebt mit ihr in Wuppertal.

James Baillieu

Als gebürtiger Südafrikaner studierte James Baillieu zunächst an der Universität von Kapstadt und später bei Michael Dussek, Malcolm Martineau und Kathryn Stott an der Royal Academy of Music in London, die er 2007 mit Diplom abschloß. Als Anerkennung seiner außergewöhnlichen Verdienste, verlieh im die Royal Academie of Music den “Christian Carpenter Preis”, berief ihn 2011 zum Professor für Klavierbegleitung und ernannte ihn zunächst 2007 zum “Hodgson Junior Fellow” und dann 2012 zu ihrem Ehrenmitglied.

 

James Baillieu, den der Daily Telegraph als “eine Klasse für sich” bezeichnete, ist Preisträger der “Wigmore Hall Song Competition”, des internationalen Wettbewerbs „Das Lied“ in Berlin, der Kathleen Ferrier und Richard Tauber Gesangs-Wettbewerbe sowie der Borletti-Buitoni Stiftung und der Geoffrey Parsons Memorial Stiftung. Er ist Absolvent des “Britten-Pears Young Artist Programme” und Lehrer an der Samling Foundation. Er hat am Europäischen Liedforum in Berlin und mit Thomas Quasthoff an der Verbier Festival Akademie gearbeitet. 2016 wurde er für den „Royal Philharmonic Society Outstanding Young Artist Award“ nominiert.

 

James Baillieu hat als Solist und Kammermusiker Konzerte in Europa und darüber hinaus gegeben. Zu seinen Instrumental-Partnern gehören Lawrence Power, Jack Liebeck und die Elias- und Heath Streich-Quartette. Als Liedbegleiter arbeitet er mit Sir Thomas Allen, Ian Bostridge, Kiri te Kanawa, Annette Dasch, Pumeza Matshikiza, Jamie Barton, Markus Werba, Allan Clayton, Gerard Collett, Jared Holt, Eri Nakamura, Catherine Wyn Rogers, Jacques Imbrailo, Sarah-Jane Brandon, Kishani Jayasinghe, Ailish Tynan, Mark Padmore und Benjamin Appl.  

 

Seine Auftritte führen ihn in so renommierte Säle wie die Wigmore Hall, das Barbican Centre, die Konzerthäuser Berlin und Wien, den Wiener Musikverein, das Concertgebouw Amsterdam, die Kölner Philharmonie, die Elphilharmonie und die Laeiszhalle Hamburg und die National Concert Hall Dublin. James Baillieu war ferner Gast der Festspiele von Aldeburgh, Cheltenham, Bath, City of London, Aix-en-Provence, Verbier, St Magnus, Derry, Norfolk & Norwich sowie Brighton.  Klavierabende gab er im Rahmen der internationalen Zyklen von Nottingham und Leeds. In der Royal Festival Hall spielte er ein Klavierkonzert mit dem English Chamber Orchestra. Als Solist trat er ferner mit dem Ulster Orchestra und der Wiener Kammersymphonie auf.

 

James Baillieu hat bereits mehrere Konzerreihen kuratiert, u. A. Für das Brighton Festival, die Wigmore Hall, für BBC Raidio 3, das Bath International Festival und die Perth Concert Hall. In der Saison 2015/16 gestaltete er eine Serie mit elf Konzerten an der Wigmore Hall unter dem Titel „Introducing James Baillieu“ mit Adam Walker, Jonathan McGovern, Ailish Tynan, Julian Pregardien, Henk Neven, Iesteyn Davies und Allan Clayton, um nur einige zu nennen. 2016 begleitete er den Bariton Benjamin Appl auf seiner Tour durch die wichtigsten Europäischen Konzerthäuser im Rahmen der Konzertreihe „Rising stars – die Stars von morgen“ der ECHO (European Concert Hall Organisation).

 

James Baillieu bekleidet eine Professur an der Royal Academy of Music, ist Coach beim „the Jette Parker Young Artist Programme“ am Royal Opera House, International Tutor in Piano Accompaniment am Royal Northern College of Music, Lehrer an der Samling Foundation sowie Leiter des Liedprogramme beim Atelier Lyrique der Verbier Festival Academy.

 

In der nahen Vergangenheit gab es eine Konzertreise mit Benjamin Appl durch die USA, Konzerte mit Lise Davidsen, Adam Walker, Tamsin Waley-Cohen, Peter Moore, Marcus Farnsworth und Catherine Wyn-Rogers, u. a. In Häusern wie dem Konzerthuset Stockholm, beim Aldeburgh Festival, Heidelberger Frühling und in der Phillips Collection New York. In der Wigmore Hall gibt es eine weitere Residency und beim Edinburgh International Festival wird James Baillieu debütieren.

Malcolm Martineau

Auf internationalem Niveau als einer der führenden Begleiter Großbritanniens anerkannt, ist Malcolm Martineau neben den größten Sänger*innen der Welt aufgetreten, darunter Sir Thomas Allen, Dame Janet Baker, Florian Boesch, Elīna Garanča, Angela Gheorghiu, Susan Graham, Thomas Hampson und Sir Simon Keenlyside, Angelika Kirchschlager, Dame Felicity Lott, Anne Sofie von Otter und Sonya Yoncheva.

Er ist an den wichtigsten Veranstaltungsorten der Welt aufgetreten, darunter Alice Tully Hall, Barbican Centre, Staatsoper Berlin, Carnegie Hall, Concertgebouw, Gran Theatre del Liceu, Mariinsky-Theater, Metropolitan Opera, Münchner Oper, Pariser Oper und Salle Gaveau, Royal Opera House, La Scala, Sydney Opera House, Teatro Real, Mozarteum Salzburg, Suntory Hall Tokyo, Wiener Konzerthaus, Musikverein und Staatsoper, Walt Disney Hall, Wigmore Hall und Oper Zürich. Malcolm trat auch bei den Festspielen in Aix-en-Provence, Wien und Salzburg auf.

Als produktiver Aufnahmekünstler umfasst Martineaus Diskographie von über 100 CDs, darunter viele ausgezeichnete wie „The Vagabond“ mit Sir Bryn Terfel (Gramophone Award), „Songs of War“ mit Sir Simon Keenlyside (Grammy and Gramophone Awards), „Schumann and Mahler Songs“ with Florian Boesch (BBC Music Magazine Award), „Mahler Lieder“ mit Christiane Karg (Diapason d’or) oder „El Nour“ mit Fatma Said (Gramophone Award).

Malcolm Martineau ist Professor für Klavierbegleitung an der Royal Academy of Music und Ehrendoktor und International Fellow of Accompaniment am Royal Conservatoire of Scotland. 

Alain Claude Sulzer

Alain Claude Sulzer

Alain Claude Sulzers eigentlicher Durchbruch auf der internationalen literarischen Bühne erfolgte 2004 mit dem Roman «Ein perfekter Kellner», der, wie auch «Annas Maske» (2001) und «Privatstunden» (2007) im Zürcher Verlag «Edition Epoca» erschien und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. 2008 wurde er dafür in Paris mit dem renommierten Prix Médicis étranger ausgezeichnet. Im selben Jahr erschien sein Roman «Zur falschen Zeit» im neu gegründeten Berliner Verlag Galiani, in dem auch die Romane «Aus den Fugen» (2012) und «Postskriptum» (2015) erschienen. Letzte Veröffentlichungen: «Die Jugend ist ein fremdes Land» (2017), die Romane «Unhaltbare Zustände» (2019) und «Doppelleben» (2022).

Von 2008 bis 2011 war Alain Claude Sulzer Juror bei den «Tagen der deutschsprachigen Literatur» (Ingeborg-Bachmann-Preis) in Klagenfurt. Er schreibt regelmäßig essayistische Beiträge für die Neue Zürcher Zeitung und ist Mitbegründer des Festivals LiedBasel und literarischer Berater des Projekts Haydn2032. 2022 war er für den Raabe-Preis nominiert. 

Alain Claude Sulzer lebt in Basel, Vieux Ferrette und Berlin.

Eva Gesine Baur

Eva Gesine Baur ist promovierte Kunsthistorikerin und hat zudem Literatur- und Musikwissenschaft, Psychologie und Gesang studiert. Sie hat Bücher über kulturgeschichtliche Themen und unter dem Namen Lea Singer mehrere Romane veröffentlicht. 2010 wurde ihr der Hannelore-Greve-Literaturpreis verliehen, 2016 der Schwabinger Kunstpreis.

Helene-Klaar

Helene Klaar

Helene Klaar (* 1948) ist eine österreichische Scheidungs­anwältin. Seit 1976 ist sie als selbstständige Rechtsanwältin mit den Schwerpunkten Familienrecht, Miet- und Arbeitsrecht tätig. Sie hat sich in Österreich als Scheidungs­anwältin einen Namen gemacht. Von Scheidungen rät sie aber ab, „weil eine nicht mehr sehr glückliche Ehe immer noch besser als das Trümmerfeld einer Scheidung“ sei. 

Klaar hat unter anderem das Buch „Scheidungs-Ratgeber für Frauen“ veröffentlicht. Helene Klaar wurde 2004 für ihre „besonderen Verdienste um Frauen im Scheidungsfall“ mit dem Wiener Frauenpreis ausgezeichnet. Helene Klaar verwehrt sich gegen die öffentliche Einschätzung, das österreichische Scheidungsrecht würde Frauen Vorteile einräumen.